Wenn ich auf einen Pin klicke, gibt es meistens einen ziemlich einfachen Grund: Da steht etwas, das mich gerade interessiert.
Vielleicht habe ich eine Frage. Vielleicht komme ich bei etwas nicht weiter. Oder ich denke beim Lesen: Oh, genau darum kümmere ich mich gerade.
Also klicke ich.
Und dann lande ich auf einer Startseite. Ein schönes Foto, ein paar nette Sätze und irgendwo ein Menü. Aber das, weshalb ich eigentlich hier bin? Keine Ahnung. Muss ich offenbar selber suchen.
Ganz ehrlich: Darauf habe ich wenig Lust.
Ich kenne deine Website noch nicht. Ich weiss nicht, wo du deine Artikel versteckst oder wie du deine Seiten genannt hast. Ich habe gerade auf einen Pin geklickt, weil du mir etwas Bestimmtes angekündigt hast. Das würde ich jetzt gerne finden.
Ich bin wegen einer Sache hier
Nehmen wir an, auf deinem Pin steht, dass ich bei dir erfahre, was auf mein Pinterest Profil gehört.
Dann erwarte ich nach dem Klick einen Artikel darüber. Ich möchte wissen, was wichtig ist und weshalb.
Wenn ich stattdessen auf deiner Startseite lande, muss ich erst überlegen: Gibt es einen Blog? Wo ist der? Welcher Artikel könnte gemeint sein?
Vielleicht finde ich ihn. Vielleicht habe ich aber auch gerade keine Lust, mich durchzuklicken, und gehe wieder.
Das wäre schade. Der passende Artikel könnte längst auf deiner Website stehen. Ich habe ihn nur nicht gefunden.
Deshalb ist für mich wichtig, wohin ein Pinterest Pin verlinkt. Wenn er einen bestimmten Artikel ankündigt, gehört für mich auch genau dieser Artikel dahinter.
Geht es auf dem Pin dagegen allgemein um dich und dein Angebot, kann eine Startseite durchaus passen. Ich möchte nur nach dem Klick verstehen, wie das zusammengehört.
Eine schöne Website beantwortet meine Frage noch nicht
Ich mag schöne Websites. Wirklich. Ich kann mich selber wunderbar mit Fotos, Farben und Schriften beschäftigen. Manchmal länger, als eigentlich nötig wäre.
Aber wenn ich gerade wissen möchte, was auf mein Pinterest Profil gehört, hilft mir ein schönes Bild alleine nicht weiter.
Ich möchte etwas lesen, mit dem ich etwas anfangen kann.
Dafür muss dein Artikel nicht unglaublich schlau klingen. Im Gegenteil. Wenn ich jeden zweiten Satz zweimal lesen muss, weil dort Wörter stehen, die im Alltag kein Mensch benutzt, wird es für mich anstrengend.
Ich möchte verstehen, was du meinst. Und ich möchte erkennen, dass du dich mit der Frage beschäftigt hast, wegen der ich hier bin.
Deine Website darf dabei natürlich nach dir aussehen. Das ist mir selbst wichtig. Aber wenn der Inhalt hinter dem ganzen schönen Drumherum untergeht, fehlt mir als Besucherin etwas.
Ich bin schliesslich wegen einer Frage gekommen. Die Farben schaue ich mir nebenbei gerne an.
Mach mich auf etwas neugierig, das ich bei dir auch finde
Auf einen Pin passt nicht der ganze Artikel. Dort steht etwas Kurzes, das mich zum Klicken bringen soll.
Das verstehe ich. Trotzdem möchte ich mich nachher nicht verarscht fühlen.
Wenn du eine konkrete Erklärung ankündigst, möchte ich diese Erklärung im Artikel lesen. Wenn du von deiner eigenen Erfahrung erzählst, möchte ich mehr darüber erfahren.
Was mich nerven würde: ein grosses Versprechen auf dem Pin und dahinter ein Text, der die Sache nur kurz erwähnt, bevor ich etwas kaufen soll.
Dann denke ich nicht: Oh, da muss ich unbedingt investieren. Ich denke eher: Dafür habe ich jetzt geklickt?
Du darfst auf deiner Website etwas verkaufen. Natürlich. Ich möchte mit meinem Projekt ja ebenfalls Geld verdienen.
Für mich muss nur stimmen, was vorher angekündigt wurde. Wenn der Pin auf eine Verkaufsseite führt, darf er das erkennen lassen. Wenn er mir einen hilfreichen Artikel verspricht, möchte ich den auch bekommen.
Ich möchte erst einmal lesen dürfen
Dasselbe gilt für die Anmeldung zum Newsletter.
Ich bin auf deiner Website, weil mich ein Thema interessiert. Vielleicht kenne ich dich seit genau zehn Sekunden. Ich weiss noch gar nicht, ob ich deine Art mag oder ob mir deine Texte helfen.
Dann möchte ich nicht sofort meine E-Mail Adresse dalassen müssen, um überhaupt an die angekündigte Antwort zu kommen.
Lass mich erst einmal lesen.
Wenn ich danach denke, dass du die Sache gut erklärt hast und ich gerne mehr von dir hören würde, sieht das schon anders aus. Dann gibt es für mich einen Grund, mich anzumelden.
Und auch dann möchte ich verstehen, was ich bekomme. «Melde dich für meinen Newsletter an» sagt mir erst einmal nur, dass du einen Newsletter hast. Aber worüber schreibst du? Was davon könnte mich interessieren?
Bei mir gehören neue Artikel, ehrliche Erfahrungen und Pinterest dazu. Genau das möchte ich auch sagen. Dann kann jemand selber entscheiden, ob er das lesen möchte.
Ich möchte Menschen gewinnen, die sich für meine Themen interessieren. Dafür dürfen sie mich erst einmal kennenlernen.
Du brauchst dafür nicht sofort eine riesige Website
Ich glaube, genau hier kann man sich unnötig viel Arbeit machen.
Man denkt, es müsste erst ganz viel stehen, damit ein Besuch auf der Website überhaupt etwas bringt. Viele Seiten, viele Artikel und am besten alles schon miteinander verbunden.
Dabei kann ein einzelner Artikel bereits eine konkrete Frage beantworten.
Ein Pin führt zu diesem Artikel. Die Person liest ihn und findet hoffentlich das, weshalb sie geklickt hat. Vielleicht schaut sie danach noch auf deine Über mich Seite. Vielleicht liest sie einen weiteren Beitrag, wenn schon einer da ist.
Du musst nicht so tun, als wäre bereits alles fertig.
Ich baue meinen Blog selbst Stück für Stück auf. Mir ist lieber, ein Artikel ist verständlich und hilfreich, als dass ich ewig an zehn halbfertigen Beiträgen sitze und noch nichts veröffentliche.
Den Weg vom Pin zum Artikel möchte ich mir genauer anschauen
Bei Pinterest kann man viel Zeit mit den Pins verbringen. Welches Bild nehme ich? Was schreibe ich darauf? Ist die Schrift lesbar?
Das gehört dazu. Aber ich möchte auch an die Person denken, die tatsächlich klickt.
Findet sie danach den angekündigten Inhalt? Versteht sie den Text? Kann sie auf dem Handy ordentlich lesen? Oder muss sie erst suchen, etwas wegklicken und rätseln, wo sie gelandet ist?
Ich weiss, wie leicht man die eigene Website aus den Augen verliert, wenn man lange daran gearbeitet hat. Man kennt sie ja. Man weiss, wo alles steht.
Die Besucherin weiss das nicht.
Deshalb möchte ich bei meinen eigenen Pins auch daran denken, was nach dem Klick passiert. Ich freue mich natürlich, wenn jemand meinen Blog besucht. Aber dann soll es sich für diese Person auch gelohnt haben.
Ich möchte, dass sie nach dem Lesen denkt: Gut, das habe ich jetzt verstanden.
Dass sie dafür auf meiner Website war, ist mir mehr wert als ein Klick, nach dem sie genervt wieder geht.
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