Es ging nicht darum, dass ich monatelang verschwunden war. Ich wollte einfach mal eine kleine Pause machen. Wirklich eine kleine.
Mal nichts posten. Keine Story überlegen. Mich nicht schon wieder damit beschäftigen, was ich als Nächstes auf Instagram zeigen könnte.
Danach kamen bei mir kaum noch Reaktionen. Meine Reichweite ging runter und ich hatte das Gefühl, dass mich kaum noch jemand sah.
Das hat mich so wütend gemacht.
Ich hatte vorher Zeit hineingesteckt, mich gezeigt und versucht, regelmässig etwas zu veröffentlichen. Und dann gönne ich mir kurz eine Auszeit und danach ist gefühlt tote Hose?
Ehrlich, darauf hatte ich irgendwann einfach keinen Bock mehr.
Die Pause war im Kopf gar keine richtige Pause
Das Anstrengende war nicht nur, was nach der Pause passierte. Ich hatte vorher schon diesen Gedanken: Wenn ich jetzt nichts mehr mache, merkt Instagram, dass ich nicht mehr da bin.
Ich weiss nicht, was im Hintergrund bei jeder einzelnen Pause passiert ist. Ich kann dir nur erzählen, was ich bei mir gesehen habe: Sobald ich weniger machte, brachen Reichweite und Reaktionen ein. Für mich hing das irgendwann so eng zusammen, dass ich mich kaum noch entspannt zurückziehen konnte.
Und damit war die Pause eigentlich schon versaut.
Denn selbst wenn ich gerade nichts veröffentlichte, war Instagram noch in meinem Kopf. Ich wollte mich ausruhen und dachte gleichzeitig daran, dass meine Sichtbarkeit darunter leiden könnte.
Ich fand das irgendwann nur noch anstrengend. Da sitzt man nicht einmal mehr unbedingt auf der Plattform und beschäftigt sich trotzdem noch damit.
Ich hatte ja nicht einfach nichts gemacht
Vielleicht hat es mich auch deshalb so geärgert, weil ich vorher wirklich viel versucht hatte.
Ich hatte Kurse gekauft, die Tipps umgesetzt, Beiträge erstellt und mich gezeigt. Dazu kamen die anderen Plattformen und mein eigentliches Angebot. Ich wollte doch, dass es funktioniert.
Wenn dann kaum noch etwas zurückkam, war das frustrierend. Ich hatte keine Lust, ständig darüber nachzudenken, was ich jetzt wieder ändern oder zusätzlich machen müsste.
Ich wollte mich auch mal um mein eigenes Thema kümmern können. Oder um ganz normale Dinge in meinem Leben. Ohne dabei das Gefühl zu haben, dass ich mir gerade meine ganze Arbeit auf Instagram kaputtmache.
Eine kleine Pause sollte doch möglich sein.
Das war der Punkt, der mich so aufgeregt hat. Ich hatte mir dieses Business aufgebaut und plötzlich fühlte sich selbst ein bisschen Abstand schwierig an.
Ich möchte mich zeigen, wenn ich etwas zu sagen habe
Ich habe kein grundsätzliches Problem damit, mich zu zeigen. Das wird schnell in einen Topf geworfen, wenn jemand keine Lust mehr auf Instagram hat.
Ich habe eine Facebook Gruppe aufgebaut und bin live gegangen. Ich habe mich also durchaus vor Menschen hingesetzt und geredet. Und auch heute möchte ich mit meinem Gesicht, meinen Fotos und meiner Meinung hinter meiner Website stehen.
Aber ich will nicht ständig überlegen, was ich jetzt noch erzählen könnte, damit wieder etwas von mir kommt.
Manchmal habe ich etwas zu sagen. Dann möchte ich darüber schreiben. Manchmal bin ich mit etwas anderem beschäftigt. Dann gibt es von mir gerade nichts Neues.
Ich möchte daraus nicht jedes Mal ein Problem machen müssen.
Dieses Gefühl, dauernd nachlegen zu sollen, hat mir irgendwann die Freude genommen. Es war immer noch etwas offen. Selbst wenn ich gerade etwas veröffentlicht hatte, wusste ich ja, dass bald das Nächste kommen sollte.
Und wenn ich merkte, dass ich eine Pause brauchte, kam direkt die Sorge dazu, was danach wieder von meiner Reichweite übrig sein würde.
So konnte ich nicht über Jahre weitermachen
Ich habe irgendwann angefangen, anders darüber nachzudenken. Wie lange möchte ich das so machen? Kann ich mir vorstellen, dass mein Alltag noch über Jahre davon bestimmt wird?
Meine Antwort war ziemlich klar: Nein.
Ich wollte nicht immer wieder an den Punkt kommen, an dem ich platt bin, kurz Abstand brauche und mich danach über die fehlenden Reaktionen ärgere. Dafür hatte ich mich doch nicht selbstständig gemacht.
Mir ging es auch nicht darum, dass ich überhaupt nichts mehr für mein Business tun wollte. Natürlich wollte ich daran arbeiten. Ich wollte Inhalte schreiben, mein Wissen teilen und Menschen erreichen.
Aber ich brauchte eine Art zu arbeiten, die ich länger schaffe. Auch in Wochen, in denen ich weniger Zeit oder Energie habe.
Wenn ich schon bei einer kleinen Pause so viel darüber nachdenke, ob ich danach noch gesehen werde, passt das für mich auf Dauer einfach nicht.
Deshalb möchte ich heute weniger gleichzeitig machen
Für mich sind das heute Pinterest, mein Blog und meine E-Mail Liste. Darauf möchte ich mich konzentrieren.
Ich schreibe gerne ausführlicher. Ich möchte eine Geschichte erzählen können, ohne dabei schon an die nächste Story denken zu müssen. Und ich möchte meine Arbeit vorbereiten können, wenn ich Zeit dafür habe.
Bei Pinterest fühle ich mich wohler. Ich bin gerne dort und vergleiche mich kaum mit anderen. Natürlich schaue ich auch dort auf meine Zahlen und hoffe, dass Menschen meine Inhalte finden. Aber ich habe nicht denselben Druck, ständig etwas Persönliches von mir zeigen zu müssen.
Ob sich daraus das Nebeneinkommen entwickelt, das ich mir wünsche, wird sich zeigen. Im Moment baue ich es Schritt für Schritt auf.
Was ich aber jetzt schon weiss: Ich möchte nicht wieder so arbeiten wie damals.
Ich will etwas veröffentlichen und mich danach auch wieder anderen Dingen widmen können. Ich möchte Spass daran haben, statt mich ständig darüber aufzuregen, dass ich offenbar noch mehr machen müsste.
Und wenn ich eine Pause brauche, möchte ich sie mir nehmen können. Ohne im Kopf die ganze Zeit schon damit beschäftigt zu sein, wie ich danach wieder alles anschieben muss.

