Kommentieren, liken, Accounts abhaken. Falls du dich darin wiedererkennst: Du bist damit nicht allein.
Das will ich lesen ↗Wenn zu meinem nächsten Produkt wieder ein Live Webinar gehören müsste, würde ich es mir ehrlich gesagt nochmals überlegen.
Ich habe das ausprobiert. Ich habe mich gezeigt, bin live gegangen und habe versucht, meine Kurse auf diesem Weg zu verkaufen. Ich weiss also, wie sich das für mich anfühlt.
Und ich möchte es nicht mehr machen.
Lange dachte ich, dass so ein Webinar zum Verkaufen eines Onlinekurses halt dazugehört. Erst etwas erklären, dann das Angebot vorstellen und hoffen, dass Menschen kaufen. Also habe ich versucht, das hinzubekommen.
Was dabei für mich irgendwann völlig unterging: Ich wollte diese Art zu arbeiten auf Dauer überhaupt nicht.
Ich war schon vor dem Verkaufen platt
Mein Einstieg in die Onlinekurswelt begann 2020 selbst mit einem Webinar. Danach kaufte ich einen Kurs, in dem ich lernen wollte, wie ich einen eigenen Kurs erstelle und verkaufe.
Das klang erst einmal machbar. Es gab einen Ablauf, an den ich mich halten konnte. Und ich war bereit, dafür zu arbeiten.
Also habe ich meinen Kurs erstellt und den Verkauf vorbereitet. Nur war ich irgendwann psychisch so belastet, dass ich den geplanten Verkaufsstart nicht durchziehen konnte. Ich habe ihn verschoben.
Später habe ich es erneut versucht. Ich habe auch tatsächlich Webinare gehalten. Es gab Menschen, die dabei waren, Interesse zeigten und kauften.
Trotzdem hat mich das Ganze ausgelaugt.
Das finde ich wichtig, weil ich heute nicht so tun möchte, als hätte ich mich einfach nie getraut, etwas auszuprobieren. Ich habe es gemacht. Ich habe mich hingesetzt und geredet.
Aber nur weil ich etwas hinbekomme, möchte ich es noch lange nicht immer wieder tun.
Musste ich das wirklich machen?
Ich hatte viel Arbeit in meine Kurse gesteckt. Natürlich wollte ich sie dann auch verkaufen. Und ich hoffte, dass sich der ganze Aufwand irgendwann lohnt.
Also beschäftigte ich mich weiter damit, was ich noch vorbereiten, schreiben und erklären musste.
Irgendwann ging es für mich vor allem darum, endlich fertig zu werden und den Verkaufsstart hinter mich zu bringen. Das sagt eigentlich schon ziemlich viel.
Ich wollte mein eigenes Thema behandeln, mein Wissen weitergeben und etwas Eigenes aufbauen. Gleichzeitig hing so viel Arbeit und Druck am Verkaufen, dass mir dafür immer mehr die Kraft fehlte.
Und irgendwann musste ich mich fragen: Will ich das wirklich nochmals machen? Oder mache ich es hauptsächlich, weil ich denke, dass es eben so laufen muss?
Ich wollte kein weiteres Live Webinar mehr durchführen. Allein dieser Gedanke war irgendwann ziemlich klar.
Ich möchte weiterhin verkaufen. Aber dafür nicht wieder so fertig sein.
Auch ohne Webinar braucht dein Angebot einen Platz, an dem Menschen es verstehen und ihre Fragen beantwortet bekommen.
Natürlich möchte ich das. Sonst könnte ich mir die ganze Arbeit mit einem eigenen Angebot sparen.
Ich möchte nur nicht wieder etwas aufbauen, bei dem ich schon vor dem Verkauf völlig platt bin. Ich möchte an meinem Projekt arbeiten können und danach auch noch Kraft für mein Leben haben.
Heute interessieren mich kleine Produkte, die sich mit einem konkreten Thema beschäftigen. Etwas zum Lesen und Durcharbeiten. Kein riesiger Videokurs und kein nächster Termin, auf den ich mit immer mehr Druck hinarbeite.
Wenn ich so ein Produkt anbiete, möchte ich verständlich erklären, was darin steckt. Wem es helfen kann, was die Person damit machen kann und was es kostet.
Dafür muss ich mich nicht live vor eine Kamera setzen.
Ich kann das auf meiner Website und in meinen E-Mails erklären. Und jemand kann es dann lesen, wenn es gerade passt.
Genau hier kommen Pinterest, mein Blog und E-Mail ins Spiel
An diesem Weg gefällt mir, dass ich vieles vorbereiten kann.
Auf Pinterest kann jemand einen Pin zu einer Frage entdecken, die ihn gerade beschäftigt. Über den Pin kommt die Person auf meinen Blog und liest dort den passenden Artikel.
Dort hat sie Zeit, meine Art kennenzulernen. Wie ich Dinge erkläre, was ich selbst erlebt habe und ob sie mit meinen Texten überhaupt etwas anfangen kann.
Wenn sie mehr von mir lesen möchte, kann sie sich für meine E-Mails anmelden. Dort kann ich weitere Gedanken und Erfahrungen teilen und später auch meine Produkte vorstellen.
Ich brauche dafür keinen gemeinsamen Termin, an dem alle vor dem Bildschirm sitzen.
Und ich muss nicht versuchen, meine ganze Geschichte, meine Erklärung und mein Angebot in ein einziges Webinar zu packen. Ich kann über mehrere Artikel und E-Mails zeigen, was mir wichtig ist.
Das passt viel besser zu dem, was ich heute machen möchte.
Aber reichen Pinterest, Blog und E-Mail denn wirklich?
Ein Webinar ist keine Voraussetzung dafür, dass du ein Produkt verkaufen darfst oder verständlich erklären kannst.
Die Fragen, die jemand vor einem Kauf hat, verschwinden allerdings nicht, nur weil du auf das Webinar verzichtest.
Was bekomme ich? Passt das zu meiner Situation? Brauche ich dafür schon bestimmte Vorkenntnisse? Und weshalb sollte ich dafür Geld ausgeben?
Wenn ich diese Dinge im Webinar erklären würde, gehören sie bei meinem heutigen Weg eben in meine Texte. Auf die Produktseite, in einen passenden Artikel oder in eine E-Mail.
Ein Pinterest Klick allein beantwortet diese Fragen noch nicht.
Deshalb wäre es Quatsch, wenn ich jetzt behaupten würde: Mach einfach Pinterest, Blog und E-Mail und dann kommen die Verkäufe schon.
Ich brauche trotzdem ein Angebot, das für die Menschen interessant ist, die meine Inhalte lesen. Sie müssen verstehen, was sie bekommen. Und sie müssen überhaupt erst auf mich aufmerksam werden.
Ich muss mir nicht wieder beweisen, dass ich mich überwinden kann
Ich bin live gegangen. Ich habe vor Menschen gesprochen. Ich habe Kurse erstellt und versucht, sie zu verkaufen.
Irgendwann war für mich aber genug ausprobiert.
Ich möchte nicht bei jedem neuen Produkt wieder an derselben Stelle stehen und denken, dass ich mich nur noch einmal überwinden müsste. Ich habe inzwischen gemerkt, welche Arbeit mich dauerhaft auslaugt.
Und das möchte ich bei meinen Entscheidungen berücksichtigen.
Wenn jemand gerne Webinare hält, kann er das machen. Ich muss daraus keine schlechte Sache für alle machen, damit ich für mich damit aufhören darf.
Und wenn ich mir überlege, ob ich dafür nochmals ein Live Webinar vorbereiten will, ist meine Antwort ziemlich einfach: Nein. Ich will lieber den nächsten Artikel schreiben.
Welche Frage beschäftigt dich gerade? Schreib mir.